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Was ist iSAQB?
iSAQB steht für International Software Architecture Qualification Board: ein gemeinnütziger eingetragener Verein, der die Lehrpläne für die CPSA-Zertifizierung in Softwarearchitektur schreibt und pflegt. Schulen und prüfen darf der Verein selbst nicht. Er akkreditiert stattdessen die Anbieter, bei denen du iSAQB-Schulungen nach offiziellem Lehrplan besuchst.
Inhalt
- iSAQB kurz erklärt: die wichtigsten Fakten
- Mitglieder, Vorstand, Arbeitsgruppen: wer das iSAQB trägt
- Was das iSAQB macht und was es bewusst nicht macht
- Von 2001 bis heute: die Geschichte des iSAQB
- iSAQB, IREB, ISTQB und TOGAF: wer wofür zuständig ist
- Häufig verwechselt: iSAQB, CPSA, CPSA-F und das Zertifikat
- Quellen und offizielle Dokumente
Hinter jeder CPSA-Zertifizierung stehen drei getrennte Rollen: das iSAQB legt die Lehrpläne fest, akkreditierte Anbieter führen die Schulungen durch, unabhängige Zertifizierungsstellen nehmen die Prüfungen ab. Diese Arbeitsteilung ist der Kern des Systems und der Grund, warum das Zertifikat herstellerneutral und international vergleichbar ist. Wer das iSAQB trägt, wie ein Lehrplan entsteht und woran du offizielle Angebote erkennst: genau darum geht es hier.
iSAQB kurz erklärt: die wichtigsten Fakten
Das iSAQB ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Ludwigshafen am Rhein. Ihm gehört das CPSA-Programm, nach dem weltweit Softwarearchitekt:innen ausgebildet und zertifiziert werden.
Mitglieder, Vorstand, Arbeitsgruppen: wer das iSAQB trägt
Getragen wird der Verein von seinen über 190 Mitgliedern: Unternehmen und Einzelpersonen aus der Softwarearchitektur-Community, von Beratungshäusern über Trainer:innen bis zu Bildungseinrichtungen. Die Mitglieder wählen den Vorstand und arbeiten in Arbeitsgruppen an Lehrplänen, Glossar und Prüfungsregeln mit.
Den Vorstand bilden derzeit Dr. Guido Gryczan als Vorstandsvorsitzender, Kim Nena Duggen als Zweite Vorstandsvorsitzende und Mischa Soujon als stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Schatzmeister (Stand: September 2026). Für das operative Geschäft gründete der Verein 2018 die iSAQB GmbH als hundertprozentige Tochtergesellschaft.
Kurator:innen: jeder Lehrplan hat einen verantwortlichen Namen
Jedes Modul des CPSA-Programms hat eine Kuratorin oder einen Kurator: eine Fachperson, die den Lehrplan inhaltlich verantwortet und weiterentwickelt. Einige dieser Namen prägen die Architekturliteratur seit Jahrzehnten, und einige unterrichten bei tecnovy:
- Dr. Gernot Starke, Gründungsmitglied des iSAQB, Kurator des ADOC-Moduls und Mitgründer von arc42
- Dr. Peter Hruschka, Gründungsmitglied von iSAQB und IREB
- Dr. Michael Sperber, Kurator der Module FUNAR und DSL, Mitglied im iSAQB Strategy Council
- Dr. Carola Lilienthal, Kuratorin des DDD-Moduls
Wie ein Lehrplan entsteht und aktuell bleibt
Die CPSA-Lehrpläne sind öffentlich und werden als Open Source auf GitHub gepflegt. Änderungsvorschläge laufen über ein öffentliches Issue-Tracking, größere Überarbeitungen erscheinen in einem Release-Zyklus von etwa zwei Jahren. Der Foundation-Lehrplan liegt aktuell in Version 2025.1 vor und ist in mehreren Sprachen verfügbar (Stand: September 2026).
Ändert sich ein Lehrplan, ziehen die akkreditierten Anbieter ihre Schulungsunterlagen nach. So bleibt der Stoff über alle Anbieter hinweg vergleichbar, egal wo du die Schulung besuchst.
Was das iSAQB macht und was es bewusst nicht macht
Das iSAQB konzentriert sich auf drei Aufgaben: Lehrpläne definieren, Anbieter und Prüfungsstellen akkreditieren, Qualität sichern. Schulung und Prüfung gibt der Verein bewusst aus der Hand.
| Rolle | Aufgabe | Ausdrücklich nicht |
|---|---|---|
| iSAQB e.V. | Definiert die Lehrpläne, akkreditiert Anbieter und Prüfungsstellen, sichert die Qualität | Schult nicht, prüft nicht |
| Akkreditierte Trainingsanbieter | Führen die Schulungen nach offiziellem Lehrplan durch | Stellen keine Zertifikate aus |
| Unabhängige Zertifizierungsstellen | Nehmen die Prüfungen ab und stellen die CPSA-Zertifikate aus | Bieten keine Schulungen an |
Diese formale und organisatorische Trennung ist kein Zufall, sondern die Grundlage des Systems: Wer dich unterrichtet, entscheidet nicht darüber, ob du bestehst. Das iSAQB selbst nennt die Trennung von Schulung und Prüfung die Basis für maximale Qualität und Transparenz der CPSA-Zertifizierungen. Wie die Prüfung im Detail abläuft, beantwortet unser Beitrag zu den häufigsten Fragen zur iSAQB-Prüfung.
Woran du ein offizielles iSAQB-Angebot erkennst
Vier Merkmale, die du in wenigen Minuten selbst prüfen kannst:
- Der Anbieter steht im offiziellen Verzeichnis der akkreditierten Trainingsprovider.
- Die Schulung nennt Modul und Lehrplan-Version, nach der unterrichtet wird, zum Beispiel CPSA-F nach Foundation-Lehrplan 2025.1.
- Schulungsanbieter und Prüfungsstelle sind zwei verschiedene Organisationen. Die Prüfungsstelle findest du in der offiziellen Liste der Zertifizierungsstellen.
- Schulungsgebühr und Prüfungsgebühr sind getrennt ausgewiesen, denn sie gehen an zwei verschiedene Stellen.
Von 2001 bis heute: die Geschichte des iSAQB
Das iSAQB ist aus einer deutschen Fachinitiative entstanden und in gut zwei Jahrzehnten zum internationalen Standardgeber für die Ausbildung in Softwarearchitektur gewachsen.
iSAQB, IREB, ISTQB und TOGAF: wer wofür zuständig ist
Vier Namen, die im Weiterbildungsumfeld regelmäßig durcheinandergeraten. Sie stehen für verschiedene Disziplinen und teilweise für ganz verschiedene Dinge:
Das iSAQB standardisiert die Ausbildung in Softwarearchitektur, also im Entwurf, der Dokumentation und der Bewertung einzelner Softwaresysteme.
Das IREB (International Requirements Engineering Board) tut dasselbe für das Requirements Engineering, also die Anforderungsanalyse. Peter Hruschka hat beide Gremien mitgegründet.
Das ISTQB (International Software Testing Qualifications Board) standardisiert die Ausbildung im Softwaretesten.
TOGAF ist kein Gremium, sondern ein Framework der Open Group für Enterprise-Architektur, also die Ebene ganzer IT-Landschaften statt einzelner Systeme. Den ausführlichen Vergleich findest du in unserem Beitrag TOGAF vs. iSAQB.
Häufig verwechselt: iSAQB, CPSA, CPSA-F und das Zertifikat
Auch innerhalb des Systems gehen die Begriffe oft durcheinander. Die Kurzfassung:
iSAQB ist die Organisation. Sie schreibt die Lehrpläne und akkreditiert, prüft aber niemanden und stellt keine Zertifikate aus.
CPSA steht für Certified Professional for Software Architecture und ist das Zertifizierungsprogramm, das dem iSAQB gehört.
CPSA-F und CPSA-A sind Stufen innerhalb dieses Programms, Foundation als Einstieg und Advanced zur Spezialisierung; für das Expert Level (CPSA-E) sind die Prüfungskriterien veröffentlicht. Wie der Weg zum Advanced Level im Detail funktioniert, erklärt unser CPSA-A Leitfaden.
Das CPSA-Zertifikat bekommst du nicht vom iSAQB, sondern von der unabhängigen Zertifizierungsstelle, bei der du die Prüfung ablegst.
Quellen und offizielle Dokumente
Alle Fakten in diesem Beitrag stammen aus den offiziellen Quellen des iSAQB. Veränderliche Zahlen wie Mitglieder- und Zertifiziertenzahlen sind mit ihrem Stand gekennzeichnet, zuletzt geprüft im September 2026.
- isaqb.org, die offizielle Website mit Verein, Gremien und Mitgliedern
- github.com/isaqb-org, die Lehrpläne als Open Source mit öffentlichem Issue-Tracking
- Foundation-Lehrplan in der aktuellen Version 2025.1
- Verzeichnis der akkreditierten Trainingsprovider
- Liste der offiziellen Zertifizierungsstellen
Ob eine Zertifizierung nach diesem System für dich sinnvoll ist, hängt von deiner Rolle und deinen Zielen ab. Eine ehrliche Einordnung dazu findest du in unserem Beitrag Braucht man die iSAQB-Zertifizierung?
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